Geschichtsabriss über die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Aschersleben

Bis in das 17. Jahrhundert hinein war das Feuerlöschwesen Aufgabe aller Bürger der Stadt. Bei einem Brand eilte jeder, der gesunde Füße hatte, zur Brandstelle. Man brachte an Eimern oder Einreißhaken mit, was zu Hause vorhanden war.

Von einem geordneten Einsatz konnte noch lange nicht die Rede sein. Die Bauweise der Häuser in der Innenstadt begünstigte natürlich die Ausbreitung von Bränden.

Im Jahre 1661 brannten die Hohe Straße, der Tie bis zum Johannistor und die Johannisvorstadt ab. Dieses und andere Ereignisse mochten den Magistrat zur Herausgabe einer Feuerlöschordnung bewogen haben. Seit dem 16. Februar 1663 wurde der Einsatz der Bürger bei Bränden geregelt. Es gab erste Bauvorschriften, aber keine über Ausbildungen und Übungen.

Die ersten Angaben über die Löschwasserversorgung sind aus dem Jahre 1726 überliefert. Zu dieser Zeit wurde auf der Hinterbreite der erste Feuerlöschteich angelegt. Vorher war eine Versorgung nur aus der Eine oder eigenen Reservoirs möglich.

Zu Zeiten Friedrich des zweiten wurde die Feuerlöschordnung überarbeitet und neu gedruckt. Jedem Bürger wurde ein Exemplar zugestellt. Vielleicht handelte es sich um das erste Amtsblatt in der Stadt Aschersleben. Neben verbesserten Bauvorschriften wurden auch Strafbestimmungen bei Nichtbeachten dieser Ordnung erlassen. So kostete ein Schornsteinbrand beispielsweise vier Taler Strafe.

Nach den demokratischen Umwälzungen des Jahres 1848 bildeten sich in Deutschland zahlreiche Vereine. In dieser Zeit gründeten Mitglieder der Aschersleber Bürgerwehr und des Turnvereins die Feuerlöschkompanie. Diese Mannschaft soll erstmals regelmäßige Übungen mit den Feuerspritzen abgehalten haben. Ab Mai 1868 konnten auch Bürger, die nicht dem Turnverein angehörten, Mitglied in der Feuerlöschkompanie werden.

Am 02. Oktober 1868 wurde schließlich die Freiwillige Feuerwehr Aschersleben gegründet. Am darauffolgenden Tage wurde der Vorstand der Feuerwehr gewählt.


Zur Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr gehörten die Hilfe bei Bränden, Wassernot und gemeiner Gefahr. Die Feuerwehrleute sorgten für die Instandhaltung der Feuerlöschgeräte und übten regelmäßig deren Handhabung.

Während der dreißiger Jahre wurde die Feuerwehr der Ordnungspolizei unterstellt. In den Kriegsjahren gab es zahlreiche Einsätze bei Luftangriffen. Nach dem Abwurf von Brand- und Sprengbomben mussten sehr viele Gebäudebrände gelöscht werden. Fast bei jedem Einsatz waren Tote und Verletzte zu beklagen. Die Einsätze wurden mit immer weniger Personal bewältigt. Zahlreiche Kameraden wurden zum Kriegsdienst einberufen, von denen einige nicht wieder zurückkehrten. Nach dem Krieg wurden jüngere Kräfte in die Feuerwehr aufgenommen. Der Personalbestand betrug in diesen Jahren 48 Mann.

Auf Grund der Verwaltungsreform 1952 wurde Aschersleben Kreisstadt. Ein Kommando Feuerwehr mit 26 Berufsfeuerwehrleuten nahm seinen Dienst auf.

Im Jahre 1963 wurde die Jugendabteilung (heute Jugendfeuerwehr) der Freiwilligen Feuerwehr gegründet.

Zum 31.12.1963 ist das Kommando Feuerwehr aufgelöst worden. Gebäude, Fahrzeuge, Technik und Inventar wurden an die Freiwillige Feuerwehr Aschersleben übergeben. Seit diesem Tage gibt es nur die Freiwillige Feuerwehr in der Stadt Aschersleben.

Das Jahr 2003 war nicht nur für die Stadt Aschersleben mit 1250 Jahren ein Jubiläumsjahr, sondern auch für deren Freiwillige Feuerwehr.

 
(Weitere Teile zur Geschichte wie z.B. "Gebäude und Unterkünfte des Feuerlöschwesens/ der Feuerwehr" und "Große Einsätze in der Geschichte der FF Aschersleben" sind in Vorbereitung und werden nach Fertigstellung folgen.)